
Ministerpräsident Schulze bei KSM Castings in Wernigerode – Industrie fordert verlässliche Rahmenbedingungen für die Transformation
Die KSM Castings Group war Gastgeber des heutigen Treffens mit Vertretern energieintensiver Industrieunternehmen, Ministerpräsident Sven Schulze, Minister Prof. Dr. Armin Willingmann und Staatssekretärin Stefanie Pötzsch in Wernigerode. Im Mittelpunkt stand der Austausch der Unternehmen aus Sachsen-Anhalt mit der Landesregierung über die hohen Energiepreise, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und den Weg zu einer klimaneutralen Produktion. Das Treffen fand im Rahmen des Kooperationsnetzwerks SETUp statt.
SETUp begleitet energieintensive Unternehmen bei der Entwicklung nachhaltiger Energie- und Transformationsstrategien. Es wurde vom Fraunhofer IFF und der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt initiiert: Das Fraunhofer IFF erarbeitet gemeinsam mit den Unternehmen konkrete unternehmensspezifische Transformationspfade und technische Lösungsansätze, die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt leistet die strategische Koordinierungs- und Vermittlungsfunktion innerhalb des Verbunds. Die sieben beteiligten Unternehmen sichern gemeinsam rund 2.700 direkte Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt.KSM, als eines dieser Unternehmen, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduzierung von CO₂-Emissionen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem Prozessoptimierungen, Abwärmenutzung und der Einsatz moderner Energiedaten-Managementsysteme. Im Rahmen einer Führung durch das KSM Werk in Wernigerode erhielten die Teilnehmenden einen direkten Einblick in die Produktionsprozesse und die konkret erforderlichen zukünftigen Transformationsbedarfe wurden praxisnah veranschaulicht. Perspektivisch prüft das Unternehmen unter anderem die Einspeisung von Abwärme in kommunale Fernwärmenetze, den Einsatz von Stromspeichern und die Nutzung lokal erzeugten regenerativen Stroms.
„Die Zulieferbranche ist einem hohen Kostendruck unterworfen. Daher sind international wettbewerbsfähige Energiepreise von großer Bedeutung. Gleichzeitig erwarten unsere Kunden zukünftig eine deutliche Reduzierung des CO₂-Footprints unserer Produkte. Um Energieverbrauch und CO₂-Emissionen künftig weiter zu reduzieren, benötigen wir verlässliche energiepolitische Voraussetzungen, um die Transformation erfolgreich zu meistern,“ so Marc Menge, Werkleiter der KSM Castings Group am Standort Wernigerode.
Forderungen an die Politik
Die Unternehmen des Kooperationsnetzwerkes SETUp sehen in Sachsen-Anhalt großes Potenzial, sich als moderner und klimafreundlicher Industriestandort zu positionieren. Drei zentrale Forderungen stehen dabei im Mittelpunkt:
- Wettbewerbsfähige Energiepreise – Der Zugang zu wettbewerbsfähigen Strompreisen muss sich weniger an formalen Branchenzuordnungen, sondern an der tatsächlichen Energieintensität, der Transformationsrelevanz und am internationalen Wettbewerbsdruck orientieren.
- Investitionssicherheit – Die Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen als Voraussetzung für langfristige Transformationsinvestitionen.
- Beschleunigte Verfahren – Es müssen schnellere Infrastruktur- und Genehmigungsprozesse zur Umsetzung klimaneutraler Produktionslösungen etabliert werden.
Mit dem heutigen Treffen setzt der SETUp-Verbund ein deutliches Signal für eine enge Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und Politik um die industrielle Transformation in Sachsen-Anhalt wettbewerbsfähig zu gestalten. KSM Castings unterstreicht dabei seine Rolle als aktiver Part der industriellen Transformation in Sachsen-Anhalt.
Hintergrund
Die KSM Castings Group gehört zu den führenden Automobilzulieferern von Aluminium-Gusskomponenten für Fahrwerk, Getriebe, Motoren und E-Mobilität. Gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft CITIC Dicastal beschäftigt die KSM Castings Group weltweit rund 5.100 Mitarbeiter*innen an Standorten in Deutschland, Tschechien, Marokko, USA, Mexiko und China. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und -zulieferer wie Mercedes, Volkswagen, BMW, ZF, Nissan und Bosch. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen weltweiten Umsatz von 1,17 Mrd. Euro.






