KSM mit eigener Werkfeuerwehr

In fünf Minuten startklar – KSM-eigene Werkfeuerwehr darf auch in der Stadt zum Einsatz kommen

Seit vergangener Woche dürfen sich die Feuerwehrleute von KSM und Werkbrandmeister Christian Anders ganz offiziell als "nebenberufliche Werkfeuerwehr" bezeichnen. Am 12. April 2016 überreichte der Präsident der Polizeidirektion Göttingen Uwe Lührig dem Hildesheimer Werkleiter Dr. Marc Mateika die Anerkennungsurkunde des Innenministeriums - zusammen mit einem 13-seitigen Auszug aus dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz. Mit dem firmeneigenen Löschfahrzeug MAN LF 8/6 darf die 37 Mann starke Truppe ab sofort Sirene und Blaulicht einschalten und auf den BOS-Frequenzen der Feuerwehren funken. Alle Feuerwehrleute der KSM-Wehr sind auch in den Freiwilligen Feuerwehren ihrer Städte und Gemeinden aktiv. 24 von ihnen sind ausgebildete Atemschutzgeräteträger.

Die Entscheidung, eine eigene Werkfeuerwehr ins Leben zu rufen, fiel bereits 2014, zusammen mit dem Beschluss, die Magnesium-Fertigung weiter auszubauen. "Magnesium ist ein Metall, das, wenn es in Brand gerät, nicht mit Wasser gelöscht werden kann", erklärte Mateika, "Deshalb ist unser Löschfahrzeug, neben 600 Litern Wasser, auch mit Pyrobubbles ausgestattet. Das ist ein feinkörniges Granulat, mit dem Magnesium-Flammen in kürzester Zeit erstickt werden können."

"Rein rechtlich betrachtet muss KSM keine eigene Feuerwehr unterhalten. Tatsache ist aber, dass sich niemand auf dem Werksgelände mit den Prozessabläufen und dem Werkstoff Magnesium so gut auskennt wie unsere eigenen Leute. Wir sind innerhalb von maximal fünf Minuten startklar am Einsatzort." sagte Werkbrandmeister Christian Anders. Das hat die KSM-Mannschaft nicht nur im Rahmen einer unangemeldeten Kontrolle von Brandamtsrat Siebelt Ubben, dem Chef des Dezernats Brandschutz der Polizeidirektion Göttingen, unter Beweis gestellt: Als am 24. Oktober 2015 eine Magnesium-Gießmaschine in Brand geriet, arbeiteten die Feuerwehrleute der KSM Castings Group, die Hildesheimer Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren perfekt Hand in Hand.

Die KSM-Werkfeuerwehr sorgt jedoch nicht nur für die Sicherheit im Betrieb: Sie rückt ebenfalls aus, wenn ihre Unterstützung an anderer Stelle in der Stadt gebraucht wird, zum Beispiel bei Notfällen wie Großbränden oder anderen Großschadenslagen. "Durch die Investition von 200 000 Euro in unsere Werkfeuerwehr sichern wir nicht nur unser Unternehmen, dessen Produktion und die Gesundheit unserer Beschäftigten – wir übernehmen auch soziale Verantwortung für die gesamte Stadt.", so Franz Friedrich Butz, CEO der KSM Castings Group.

Zu den Gästen bei der Ernennung zählten viele hochrangige Persönlichkeiten, darunter zahlreiche Feuerwehrleute: Kreisbrandmeister Josef Franke, Stadtbrandmeister Thomas Bartels, Klaus Schmitz als Chef der Berufsfeuerwehr, dazu Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren und der benachbarten Werkfeuerwehren.

Hintergrund: Die KSM Castings Group ist die erste Adresse für automobilen Leichtbau in den Bereichen Fahrwerk, Getriebe, Motor und Lenkung. Als Spezialist für Gusskomponenten aus Aluminium und Magnesium strebt KSM die globale Spitzenposition in Technologie und Qualität an. Als ein bedeutender Zulieferer für die internationale Automobilindustrie gehört das Unternehmen zu den Top-Arbeitgebern. Verlässliche Partnerschaft, Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit sind wesentliche Eckpunkte der Firmenstrategie. Die Basis dafür sind erstklassige Mitarbeiter.

KSM betreibt acht Werke in Deutschland, Tschechien, USA und China mit insgesamt rund 3.300 Mitarbeitern. Zu den Kunden zählen alle bedeutenden Automobilhersteller und -zulieferer wie der Volkswagen-Konzern, Daimler, ZF, Benteler und Bosch. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von rund 520 Millionen Euro.

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