KSM Castings Group GmbH passt Personalkapazitäten in Deutschland an und plant Sanierungstarifvertrag

• Corona-bedingter Markteinbruch und PKW-Überproduktion erfordern Anpassungen auf Seiten des Zulieferers
• Rund 400 Stellen sollen in Deutschland wegfallen
• Aufnahme von Verhandlungen zu neuem Sanierungstarifvertrag

Hildesheim, 12. August 2020. Das Management der KSM Castings Group GmbH, einer der führenden Automobilzulieferer für Leichtbau-Gusskomponenten aus Aluminium und Magnesium für Fahrwerk, Getriebe und Motoren, wird die Personalkapazitäten in Deutschland an die Marktlage der Automobilindustrie anpassen, die aktuell von Absatzeinbrüchen und Produktionsüberkapazitäten geprägt ist. Im Rahmen der geplanten Restrukturierung sollen etwa 400 der insgesamt rund 1.800 Arbeitsplätze des Automobilzulieferers in Deutschland in den nächsten Monaten wegfallen. Für die verbleibenden Mitarbeiter soll zudem ein neuer Sanierungstarifvertrag mit der IG Metall ausgehandelt werden. Sämtliche deutschen Standorte sollen jedoch erhalten bleiben. Die KSM Castings Group GmbH hatte am 2. Juli 2020 beim Amtsgericht Hildesheim ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das Unternehmen will sich in Deutschland neu aufstellen, um unter den neuen Marktbedingungen wieder nachhaltig wettbewerbsfähig wirtschaften zu können.

„Obwohl wir aktuell einen sehr guten Auftragseingang verzeichnen, wissen wir, dass es sich hier überwiegend um Nachholeffekte des vorangegangenen Corona-Lockdowns handelt. Die aktuellen Absatzzahlen der PKW-Industrie und der Ausblick der Marktforscher sind eindeutig. Wir werden deshalb um eine Anpassung unserer Personalkapazitäten und der Kostenstruktur, einschließlich der verbleibenden Personalkosten nicht herumkommen“, erläutert Dr. Zhihua Zhu, CEO der KSM Castings Group. „Nur so können wir wieder wettbewerbsfähig werden, unsere deutschen Standorte erhalten, Arbeitsplätze sichern und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine langfristige Perspektive geben.“

Deutlicher Markteinbruch
Während der PKW-Absatz im 1. Halbjahr 2020 in Deutschland nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) um 35 %, EU-weit sogar um 39 % eingebrochen ist, sank parallel die Auslastung der PKW-Fabriken nach einem Bericht des Handelsblatts auf 63 %. Darauf deutet auch der CAR-Rabatt-Index des Center Automotive Research Instituts (CAR) hin. Eine aktuelle Untersuchung der Boston Consulting Group geht davon aus, dass der PKW-Absatz in der EU erst wieder 2023 Vor-Corona-Niveau erreichen wird.

Keine Standortschließungen
Die KSM Castings Group GmbH plant im Rahmen der Restrukturierung keine Standortschließungen. Vom Stellenabbau betroffen sind grundsätzlich alle vier KSM-Standorte in Deutschland in Hildesheim, Wernigerode, Wuppertal und Radevormwald. Am größten Produktionsstandort und Hauptsitz in Hildesheim sollen von den aktuell rund 900 Stellen etwa 270 abgebaut werden, darunter nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung. Für den Produktionsstandort Bergisches Land (Wuppertal und Radevormwald) ist ein Abbau von ca. 90 Stellen (aktuell ca. 430 Mitarbeiter), für den Standort Wernigerode von rund 30 Stellen (aktuell ca. 400 Mitarbeiter) geplant.

Stellenabbau Teil des Restrukturierungskonzeptes
Der geplante Stellenabbau ist Teil des Restrukturierungskonzeptes und Sanierungsplans, den die KSM Castings Group GmbH im Rahmen des Schutzschirmverfahrens bis Ende September beim Amtsgericht Hildesheim einreichen wird. Der Stellenabbau soll nach derzeitiger Planung in einzelnen Bereichen über mehrere Monate gestreckt erfolgen. KSM wird dazu mit dem Gesamtbetriebsrat in den nächsten Wochen einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandeln. Darüber hinaus will KSM mit der IG Metall für die verbleibenden Mitarbeiter einen neuen Sanierungstarifvertrag aushandeln.

 

Über die KSM Castings Group GmbH
Die KSM Castings Group GmbH gehört zu den führenden Automobilzulieferern für Leichtbau-Gusskomponenten aus Aluminium und Magnesium für Fahrwerk, Getriebe und Motoren. Die KSM Castings Group GmbH beschäftigt rund 2.350 Mitarbeiter an fünf Produktionsstandorten in Deutschland und Tschechien. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und OEM-Anbieter wie Volkswagen, Daimler AG, BMW, ZF, Benteler und Bosch. Das Unternehmen erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von 360 Mio. Euro.

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