Hildesheim, 29. Januar 2019: „Mitarbeiter motivieren in Digitalisierungsprojekten“4. Fachforum Digitalisierung bei der KSM Castings Group

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Zukunft mitnehmen, interessante Trainings-, Fortbildungs- und Arbeitsmodelle entwickeln und die Anforderungen der Industrie 4.0 meistern – das waren die Kernthemen des Fachforums Digitalisierung, das auf Einladung der HI-REG in den Räumlichkeiten der KSM Castings Group in Hildesheim stattfand.

Christoph Salentin, CFO der KSM Castings Group, und Dr. Marian Köller, Geschäftsleitung der Digitalagentur Niedersachsen, begrüßten die rund 125 geladenen Gäste und eröffneten den Abend mit einer kurzen Vorstellung der Unternehmen.

Salentin brachte die zentralen Fragen des Abends dann schnell auf den Punkt: „Welche Anforderungen und Notwendigkeiten werden sich im Hinblick auf die Industrie 4.0 und Big Data für mittelständische Unternehmen ergeben? Wie motivieren wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um sie auf dem Weg in die zunehmend digitale Arbeitswelt mitzunehmen? Wie schaffen wir den Kultur- und Strukturwandel, den die neuen Technologien mit sich bringen? Und nicht zuletzt: Wie motivieren wir junge Fachkräfte, sich mit ihrem Know-how in unserem Unternehmen zu engagieren?“

„Das kann ich Ihnen auch nicht beantworten“, war die prompte Antwort von Peter Leppelt, Geschäftsführer der Praemandatum GmbH, „Ich kann Ihnen nur sagen, wie wir es angestellt haben. Dies wird aber nicht ihr Modell sein, denn jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg suchen und finden.“ Auf das „Wie“ ging er in seinem Vortrag „Digitalisierung durch institutionalisierte Anarchie – der Weg zu einer vertrauensbasierten Führung“ näher ein und betonte die Relevanz von Gemeinsamkeit und Vertrauen – und des Abschieds von vorgefertigten Denkmodellen und Anforderungsprofilen.

Wir sind aufgebrochen, aber wir segeln auf Sicht...

In der Sache bestätigte dies auch Jens Harde, Geschäftsführer der Arconic Fastening Systems in seinem Impulsvortrag „Was macht die Digitalisierung mit den Menschen im Betrieb? Wie kann man die Belegschaft auf die Digitalisierung vorbereiten?“. Arconic ist einer der weltweit größten Hersteller von hochfesten Verbindungselementen für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Um den Herausforderungen des Marktes auch in Zukunft begegnen zu können, hat sich Harde gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Hildesheim bereits 2013 auf den Weg gemacht. Inzwischen wurde die erste vollautomatisierte Fertigungslinie des Unternehmens installiert und in Betrieb genommen. „Wir haben unsere Beschäftigten dort abgeholt wo sie standen. Ängste abgebaut und sie ermuntert, sich intern für Digitalisierungsprojekte zu bewerben. Die Resonanz war sehr gut. Wir haben ein mehrstufiges Konzept entwickelt und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dementsprechend gefördert und ausgebildet. Nach dem System „train the trainer“ haben wir so das Know-how im eigenen Unternehmen aufgebaut. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht auch Unterstützung von außen in Anspruch genommen haben. So waren zum Beispiel die Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH und die Praemandatum GmbH wertvolle Partner an unserer Seite“, bezieht Harde Stellung. Gleichzeitig betont er: „Wir segeln auf Sicht, das heißt, keiner kann heute schon sicher sagen, wohin genau die Reise führen wird.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich Irene Stroot, Projektmanagerin bei der Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH, Christoph Salentin, Peter Leppelt und Jens Harde den Fragen der Gäste. Kai Weber, Prokurist der HI-REG mbH, moderierte den gelungenen Abend.

Digitalisierung, Industrie 4.0, Big Data – und Recruiting!

Mit dem nachdrücklichen Hinweis auf den aktuellen und zukünftigen Bedarf von Fachkräften unterstrich Salentin abschließend noch einmal die Relevanz des Themas Recruiting: „KSM hat großes Interesse an der Zusammenarbeit mit Universitäten und Institutionen, die in MINT-Bereichen ausbilden. Wir brauchen gute Ingenieure, Projektleiter und IT-Spezialisten. Wenn wir die zunehmende Digitalisierung, Industrie 4.0 und Big Data erfolgreich meistern wollen, müssen wir sowohl unser Recruiting als auch den anstehenden Kulturwandel mit Hochdruck vorantreiben. Wir müssen attraktiv sein für den Nachwuchs, einen Mehrwert bieten und Chancen aufzeigen. Die KSM Castings Group unterhält bereits Kooperationen mit den Universitäten und Fachhochschulen in Aachen, Hannover, Magdeburg und Hildesheim. Wir sind aber nach wie vor offen für weitere Denk- und Kooperationsmodelle.“

Initiiert wurde die Veranstaltung federführend von der HI-REG in Zusammenarbeit mit der Digitalagentur Niedersachsen, der Demografieagentur für die Wirtschaft und der KSM Castings Group.

Fotos: Titel, Bild 3, 4: Kilian Schwartz; Bild 2: Sandra Dichter.

 

Hintergrund: Die KSM Castings Group ist die erste Adresse für automobilen Leichtbau in den Bereichen Fahrwerk, Getriebe, Motor und Elektromobilität. Als Spezialist für Gusskomponenten aus Aluminium und Magnesium strebt KSM die globale Spitzenposition in Technologie und Qualität an. Als ein bedeutender Zulieferer für die internationale Automobilindustrie gehört das Unternehmen zu den Top-Arbeitgebern. Verlässliche Partnerschaft, Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit sind wesentliche Eckpunkte der Firmenstrategie. Die Basis dafür sind erstklassige Mitarbeiter.

KSM betreibt neun Werke in Deutschland, Tschechien, USA und China mit insgesamt rund 3.600 Mitarbeitern. Zu den Kunden zählen alle bedeutenden Automobilhersteller und -zulieferer wie der Volkswagen-Konzern, Daimler AG, ZF, Benteler und Bosch. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von rund 564 Millionen Euro.

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